Fermentieren für Anfänger: Sauerkraut, Kimchi & Kombucha selbst machen

    Fermentieren ist eine der ältesten Methoden, um Lebensmittel haltbar zu machen – und dabei entstehen Geschmacksexplosionen, die Ihr so nicht im Supermarkt findet. Sauerkraut, Kimchi oder Kombucha selbst herzustellen, spart nicht nur Verpackungsmüll, sondern ist auch gut für Eure Darmgesundheit und den Geldbeutel. Keine Sorge, Ihr braucht kein Labor oder teures Equipment: Mit ein paar Grundzutaten und etwas Geduld gelingt der Einstieg spielend leicht. Wir zeigen Euch, wie Ihr ohne komplizierte Schritte in die Welt der Fermentation startet – nachhaltig, lecker und mit viel Spaß am Ausprobieren.

    Warum Fermentieren? Die Vorteile für Gesundheit, Geldbeutel und Umwelt

    Fermentieren ist wie ein kleines Wunder: Aus einfachen Zutaten entstehen Lebensmittel, die nicht nur lecker schmecken, sondern auch Euren Körper stärken, Euren Geldbeutel schonen und der Umwelt guttun. Es ist eine der cleversten Methoden, um nachhaltiger zu leben – ohne auf Komfort zu verzichten. Warum? Weil Ihr dabei nichts kompliziert umsetzen müsst, sondern einfach nur ein paar Grundlagen beherrscht. Und das Beste: Es fühlt sich gut an, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen, das sonst teuer im Bioladen stehen würde.

    Fermentierte Lebensmittel sind wie ein Booster für Euren Darm

    Stellt Euch Euren Darm wie einen Garten vor. Je vielfältiger die Pflanzen darin wachsen, desto gesünder ist er. Fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Kimchi oder Kombucha sind wie Dünger für diesen Garten. Sie enthalten Milliarden von nützlichen Bakterien, die Eure Verdauung ankurbeln, Blähungen reduzieren und sogar Eure Stimmung verbessern können. Diese kleinen Helfer stärken Euer Immunsystem, weil ein großer Teil unserer Abwehrkräfte direkt im Darm sitzt. Und das Tolle: Ihr müsst kein Ernährungsexperte sein, um davon zu profitieren. Schon ein paar Löffel Sauerkraut pro Tag oder ein Glas Kombucha können einen Unterschied machen – ganz ohne komplizierte Diätpläne oder teure Nahrungsergänzungsmittel.

    Nachhaltigkeit, die sich im Alltag auszahlt

    Fermentieren ist eine der einfachsten Methoden, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Ihr könnt fast alles verwerten: das welke Gemüse im Kühlschrank, die Reste vom Kohlkopf oder die überreifen Äpfel aus dem Garten. Statt sie wegzuwerfen, verwandelt Ihr sie in etwas Neues – und das ganz ohne Plastikverpackungen. Ein Kilogramm Sauerkraut aus dem Supermarkt kommt oft in einer Folie daher, während Ihr Euer eigenes einfach in einem Glas ansetzt, das Ihr immer wieder verwenden könnt. Das spart nicht nur Müll, sondern auch Geld, weil Ihr weniger wegwerft und weniger kaufen müsst. Und wenn Ihr lokale Zutaten verwendet, reduziert Ihr sogar den CO₂-Fußabdruck Eurer Mahlzeiten. Fermentieren ist damit eine der unkompliziertesten Arten, Euren Alltag klimafreundlicher zu gestalten.

    Wer sich für nachhaltige Haushaltslösungen interessiert, findet übrigens hier Inspiration für plastikfreie Aufbewahrungsideen, die perfekt zum Fermentieren passen.

    Mehr Geld im Portemonnaie – ohne Verzicht

    Fermentieren ist günstig. Wirklich günstig. Ein Kilogramm Weißkohl kostet im Supermarkt vielleicht einen Euro. Daraus macht Ihr etwa ein Kilogramm Sauerkraut – das im Bioladen locker fünf Euro oder mehr kosten würde. Bei Kimchi sieht die Rechnung ähnlich aus: Die Zutaten für eine große Portion schlagen mit etwa drei Euro zu Buche, während die gekaufte Variante schnell das Dreifache kostet. Kombucha ist noch extremer: Eine Flasche im Laden kostet oft vier Euro, während Ihr mit einer selbst angesetzten Kultur (die Ihr nur einmal kaufen müsst) für wenige Cent pro Liter auskommt. Rechnet das mal auf ein Jahr hoch: Wenn Ihr nur einmal pro Woche fermentierte Lebensmittel esst oder trinkt, spart Ihr locker hundert Euro oder mehr. Und das ohne auf Qualität verzichten zu müssen – im Gegenteil, Eure selbst gemachten Kreationen sind oft sogar besser als die gekauften.

    Geschmack, den Ihr selbst in der Hand habt

    Selbst fermentierte Lebensmittel schmecken intensiver, frischer und vielseitiger als die meisten gekauften Varianten. Warum? Weil Ihr die Kontrolle habt. Ihr entscheidet, wie sauer das Sauerkraut werden soll, wie scharf das Kimchi oder wie süß der Kombucha. Ihr könnt experimentieren: mit verschiedenen Gemüsesorten, Gewürzen oder Kräutern. Vielleicht entdeckt Ihr eine Vorliebe für fermentierte Möhren mit Ingwer oder probiert mal Rote-Bete-Kimchi aus. Die Möglichkeiten sind endlos – und das Beste ist, dass Ihr dabei nichts falsch machen könnt. Selbst wenn ein Ansatz mal nicht perfekt wird, ist er meistens trotzdem genießbar. Und mit jeder Charge werdet Ihr besser, bis Ihr Eure ganz persönlichen Lieblingsrezepte gefunden habt.

    Fermentieren ist einfacher, als Ihr denkt

    Viele schrecken vor dem Fermentieren zurück, weil sie denken, es sei kompliziert oder aufwendig. Dabei ist es eigentlich ganz simpel: Ihr schneidet Gemüse, mischt es mit Salz, füllt es in ein Glas und lasst die Zeit die Arbeit machen. Keine teuren Geräte, keine stundenlangen Vorbereitungen. Es ist wie beim Brotbacken – nur ohne Ofen. Und genau wie bei anderen nachhaltigen Gewohnheiten, etwa dem Nutzen von wiederverwendbaren Trinkflaschen oder dem Anbau von Kräutern auf dem Balkon, geht es um kleine Schritte mit großer Wirkung. Ihr müsst nicht von heute auf morgen alles perfekt machen. Fangt einfach an, probiert aus und freut Euch über die ersten Erfolge. Schon nach ein paar Wochen werdet Ihr merken, wie selbstverständlich das Fermentieren in Euren Alltag integriert ist.

    Das gute Gefühl, etwas selbst zu schaffen

    Es gibt kaum etwas Befriedigenderes, als ein Glas Sauerkraut zu öffnen, das Ihr selbst gemacht habt. Oder Euren Gästen stolz Euren ersten selbst fermentierten Kombucha zu servieren. Dieses Gefühl von „Das habe ich selbst geschafft“ ist unbezahlbar. Es stärkt nicht nur Euer Selbstvertrauen, sondern auch Eure Wertschätzung für Lebensmittel. Plötzlich seht Ihr Gemüsereste nicht mehr als Abfall, sondern als Rohstoff für etwas Neues. Ihr lernt, Lebensmittel länger haltbar zu machen, ohne auf Konservierungsstoffe zurückgreifen zu müssen. Und das alles, ohne auf Komfort verzichten zu müssen – denn Fermentieren ist keine Wissenschaft, sondern eine Kunst, die jeder lernen kann.

    Fermentieren ist also mehr als nur eine Methode, um Lebensmittel haltbar zu machen. Es ist eine Einladung, bewusster zu leben – gesünder, nachhaltiger und mit mehr Freude am Selbermachen. Und das Beste: Ihr könnt sofort loslegen, ohne große Investitionen oder Vorkenntnisse. Also, worauf wartet Ihr?

    Grundausstattung: Was Ihr wirklich braucht – und was nicht

    Fermentieren ist eine der einfachsten Methoden, um nachhaltiger zu leben – ohne auf Komfort zu verzichten. Doch bevor Ihr loslegt, stellt sich die Frage: Was braucht man eigentlich dafür? Die gute Nachricht: Die meisten Utensilien habt Ihr schon zu Hause. Und selbst wenn nicht, müsst Ihr nicht viel investieren. Wir zeigen Euch, wie Ihr mit minimalem Aufwand startet, welche Hilfsmittel das Leben leichter machen und warum teure Spezialausrüstung oft überflüssig ist.

    Das absolute Minimum: Diese Utensilien reichen aus

    Ihr müsst keine teure Ausrüstung kaufen, um mit dem Fermentieren zu beginnen. Alles, was Ihr wirklich braucht, findet sich in den meisten Küchen:

    • Gläser mit Deckel: Am besten eignen sich Einmachgläser mit Schraubverschluss oder Bügelgläser. Sie sind günstig, wiederverwendbar und in fast jedem Haushalt vorhanden. Wichtig ist, dass sie sauber sind und sich gut verschließen lassen. Die Größe hängt davon ab, wie viel Ihr fermentieren wollt – für den Anfang reichen Gläser mit 500 ml bis 1 Liter Fassungsvermögen.
    • Messer und Schneidebrett: Ein scharfes Messer und ein stabiles Schneidebrett sind essenziell, um Gemüse wie Kohl oder Möhren zu schneiden. Ob Ihr ein großes Kochmesser oder ein kleines Gemüsemesser nehmt, ist Geschmackssache – Hauptsache, es liegt gut in der Hand.
    • Schüssel: Eine große Schüssel braucht Ihr, um das geschnittene Gemüse mit Salz zu vermengen und zu kneten. Hier eignet sich jede Schüssel aus Glas, Keramik oder Edelstahl. Plastikschüsseln sind weniger ideal, weil sie Kratzer bekommen können, in denen sich Bakterien ansammeln.
    • Löffel oder Stampfer: Ein Holzlöffel oder ein Kartoffelstampfer hilft dabei, das Gemüse zu zerkleinern und den Saft herauszupressen. Alternativ könnt Ihr auch einfach Eure Hände nehmen – das funktioniert genauso gut und ist sogar noch nachhaltiger.

    Mit diesen vier Dingen könnt Ihr bereits Sauerkraut, Kimchi oder Kombucha ansetzen. Der Rest ist Übung und Geduld. Fermentieren ist kein Hexenwerk, sondern eine jahrhundertealte Methode, die mit einfachsten Mitteln funktioniert.

    Praktische Helfer: Diese Tools erleichtern das Fermentieren

    Auch wenn Ihr mit dem absoluten Minimum starten könnt, gibt es ein paar Hilfsmittel, die das Fermentieren komfortabler machen. Sie sind aber kein Muss – besonders nicht für den Anfang.

    • Fermentationsgewichte: Diese kleinen Gewichte aus Glas oder Keramik halten das Gemüse unter der Flüssigkeit und verhindern so Schimmelbildung. Ohne sie müsst Ihr Euch mit Hausmitteln behelfen, zum Beispiel mit einem sauberen Stein oder einem kleinen Teller. Das funktioniert zwar, ist aber etwas umständlicher.
    • Gärspund oder Luftschloss: Ein Gärspund ist ein kleines Ventil, das Gase entweichen lässt, aber keine Luft von außen hineinlässt. Das ist besonders bei längerer Fermentation nützlich, etwa bei Kombucha. Für Sauerkraut oder Kimchi reicht aber auch ein locker aufgesetztes Glasdeckel oder ein Tuch, das mit einem Gummi befestigt wird.
    • Trichter: Ein Trichter hilft dabei, das geschnittene Gemüse in die Gläser zu füllen, ohne dass alles daneben geht. Besonders praktisch ist er bei kleinen Glasmündungen. Wer keinen Trichter hat, kann sich mit einem Stück Backpapier behelfen, das zu einem Trichter gerollt wird.
    • Messbecher und Waage: Präzision ist beim Fermentieren nicht alles, aber eine Küchenwaage oder ein Messbecher hilft dabei, die Salzmenge genau abzumessen. Zu viel Salz hemmt die Fermentation, zu wenig kann zu Schimmel führen. Wer keine Waage hat, kann sich an Faustregeln orientieren: etwa 1–2 Teelöffel Salz pro Kilogramm Gemüse.

    Diese Hilfsmittel sind nützlich, aber nicht zwingend notwendig. Wenn Ihr merkt, dass Ihr regelmäßig fermentiert, könnt Ihr Euch immer noch überlegen, ob Ihr in ein paar Extras investieren wollt. Für den Anfang reicht es völlig, mit dem zu arbeiten, was Ihr schon habt.

    Siehe auch  Gewürzmischungen ohne Geschmacksverstärker: So macht ihr sie selbst – einfach, günstig & nachhaltig

    Nachhaltige Alternativen: Haushaltsgegenstände zweckentfremden

    Fermentieren ist eine der nachhaltigsten Methoden, um Lebensmittel haltbar zu machen – warum also nicht auch bei der Ausrüstung auf Nachhaltigkeit achten? Viele Dinge, die Ihr ohnehin zu Hause habt, lassen sich problemlos umfunktionieren.

    • Kleine Teller oder Schraubdeckel als Gewichte: Statt teure Fermentationsgewichte zu kaufen, könnt Ihr einfach einen kleinen Teller oder einen umgedrehten Schraubdeckel auf das Gemüse legen. Wichtig ist, dass das Gewicht sauber ist und das Gemüse komplett unter der Flüssigkeit hält.
    • Gummis oder Schnüre als Verschlusshilfe: Ein Gärspund ist praktisch, aber kein Muss. Stattdessen könnt Ihr ein Tuch oder Backpapier über das Glas legen und es mit einem Gummi oder einer Schnur befestigen. Das lässt Gase entweichen, hält aber Staub und Insekten fern.
    • Gläser mit Bügelverschluss: Wenn Ihr keine Einmachgläser habt, könnt Ihr auch leere Gurken- oder Marmeladengläser verwenden. Die Bügelverschlüsse sind zwar nicht luftdicht, aber für die erste Fermentationsphase völlig ausreichend. Später könnt Ihr die Gläser in den Kühlschrank stellen, wo sie ohnehin weniger Druck aufbauen.
    • Steine oder Münzen als Beschwerung: Ein sauberer Stein oder eine Handvoll Münzen in einem Gefrierbeutel können als improvisiertes Gewicht dienen. Wichtig ist, dass sie vorher gründlich gereinigt werden, um keine unerwünschten Bakterien ins Glas zu bringen.

    Diese Tricks sparen nicht nur Geld, sondern schonen auch Ressourcen. Fermentieren ist schließlich eine Methode, die auf Einfachheit und Natürlichkeit setzt – da passt es gut, wenn auch die Ausrüstung nachhaltig ist.

    Warum Glas die beste Wahl ist – und warum Ihr auf Metall und Plastik verzichten solltet

    Nicht alle Materialien eignen sich gleich gut fürs Fermentieren. Glas ist hier die erste Wahl – aus mehreren Gründen:

    • Keine Weichmacher oder Schadstoffe: Glas ist inert, das heißt, es gibt keine chemischen Stoffe an die Lebensmittel ab. Bei Plastik besteht die Gefahr, dass Weichmacher oder andere Schadstoffe in die Fermentation gelangen – besonders, wenn das Plastik mit der Zeit porös wird.
    • Einfach zu reinigen: Glas lässt sich problemlos mit heißem Wasser oder Essig reinigen und ist spülmaschinenfest. Plastik kann dagegen Kratzer bekommen, in denen sich Bakterien ansammeln. Metall ist zwar robust, kann aber mit Säuren reagieren, die beim Fermentieren entstehen – das führt zu unschönen Geschmacksveränderungen.
    • Langlebig und wiederverwendbar: Glasgläser halten ewig, wenn man sie richtig behandelt. Sie sind eine einmalige Investition, die sich über Jahre auszahlt. Plastikbehälter werden mit der Zeit spröde und müssen ersetzt werden, was unnötigen Müll verursacht.

    Falls Ihr doch mal Plastik verwenden müsst – etwa für improvisierte Gewichte –, achtet darauf, dass es lebensmittelecht und frei von BPA ist. Aber besser ist es, von Anfang an auf Glas zu setzen. Es ist nicht nur hygienischer, sondern auch umweltfreundlicher.

    Günstig einkaufen: Wo Ihr Gläser und Zubehör findet

    Ihr müsst nicht viel Geld ausgeben, um mit dem Fermentieren zu beginnen. Viele Utensilien findet Ihr günstig oder sogar kostenlos:

    • Secondhand-Läden und Flohmärkte: Hier gibt es oft Einmachgläser, Schüsseln und andere Küchenutensilien für wenig Geld. Besonders Bügelgläser sind eine gute Wahl, weil sie sich leicht öffnen und schließen lassen.
    • Unverpackt-Läden: Viele Unverpackt-Läden verkaufen nicht nur lose Lebensmittel, sondern auch Gläser und Zubehör fürs Fermentieren. Oft gibt es dort auch Fermentationsgewichte oder Gärspunde zu kaufen – oder zumindest Tipps, wo man sie findet.
    • Supermarkt-Reste: Leere Gurken-, Marmeladen- oder Senfgläser lassen sich problemlos wiederverwenden. Einfach den Deckel abkochen, und schon sind sie einsatzbereit. Auch große Konservengläser eignen sich gut für größere Fermentationsprojekte.
    • Online-Kleinanzeigen: Auf Plattformen wie eBay Kleinanzeigen oder Facebook Marketplace werden oft ganze Sätze Einmachgläser verschenkt oder für wenig Geld angeboten. Einfach mal nach ‚Einmachgläser‘ oder ‚Fermentieren‘ suchen.

    Gebrauchte Utensilien sind nicht nur günstig, sondern auch nachhaltig. Jedes wiederverwendete Glas spart Ressourcen und reduziert Müll. Und mal ehrlich: Es gibt kaum etwas Befriedigenderes, als ein altes Glas mit neuem Leben zu füllen.

    Hygiene-Basics: Sauberkeit ist wichtig – aber keine sterile Umgebung nötig

    Fermentieren ist ein natürlicher Prozess, der von Mikroorganismen angetrieben wird. Das bedeutet: Ihr müsst keine sterile Umgebung schaffen, aber ein paar Hygieneregeln sollten Ihr trotzdem beachten.

    • Gläser und Werkzeuge gründlich reinigen: Spült Gläser, Messer und Schüsseln vor dem Gebrauch mit heißem Wasser und Spülmittel. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sie zusätzlich mit kochendem Wasser übergießen oder für 10 Minuten in Essigwasser einlegen. Das tötet unerwünschte Keime ab, ohne die nützlichen Milchsäurebakterien zu beeinträchtigen.
    • Keine chemischen Reiniger verwenden: Aggressive Reiniger oder Desinfektionsmittel können Rückstände hinterlassen, die die Fermentation stören. Besser sind natürliche Mittel wie Essig, Zitronensäure oder Backpulver.
    • Hände waschen: Klingt selbstverständlich, ist aber wichtig. Wascht Euch vor dem Umgang mit den Zutaten gründlich die Hände, um keine unerwünschten Bakterien ins Glas zu bringen.
    • Keine Angst vor Keimen: Fermentieren ist ein natürlicher Prozess, bei dem sich nützliche Bakterien durchsetzen. Solange Ihr die Grundregeln beachtet – Gemüse unter Flüssigkeit halten, Gläser sauber halten –, ist das Risiko von Schimmel oder Verderb gering.

    Sauberkeit ist wichtig, aber Perfektionismus ist fehl am Platz. Fermentieren ist kein Laborversuch, sondern eine jahrhundertealte Methode, die auch unter weniger idealen Bedingungen funktioniert. Wenn Ihr Euch an die Basics haltet, steht einem erfolgreichen Fermentationsprojekt nichts im Weg.

    Mehr Tipps zur nachhaltigen Aufbewahrung in Glasbehältern findet Ihr hier.

    Schritt für Schritt: Sauerkraut selbst machen – das einfachste Rezept für den Einstieg

    Sauerkraut ist der perfekte Einstieg ins Fermentieren – es braucht nur zwei Zutaten, wenig Equipment und belohnt Euch mit einem gesunden, haltbaren Lebensmittel, das sich vielseitig verwenden lässt. Hier zeigen wir Euch, wie Ihr Euer erstes Sauerkraut herstellt, ohne komplizierte Schritte oder teure Hilfsmittel. Alles, was Ihr braucht, habt Ihr wahrscheinlich schon zu Hause oder könnt es günstig besorgen.

    Die richtigen Zutaten: Kohl, Salz und Geduld

    Für klassisches Sauerkraut eignet sich fast jede Kohlart, aber am einfachsten gelingt es mit festen Sorten wie Weißkohl, Spitzkohl oder Rotkohl. Weißkohl ist der Klassiker, weil er viel Saft zieht und eine milde Säure entwickelt. Spitzkohl fermentiert etwas schneller und schmeckt zarter, während Rotkohl ein farbenfrohes Ergebnis liefert. Wichtig ist, dass der Kohl frisch und knackig ist – welke Blätter oder weiche Stellen solltet Ihr entfernen.

    Das Salz ist der einzige Zusatz, den Ihr braucht. Es entzieht dem Kohl Flüssigkeit, hemmt schädliche Bakterien und fördert die Milchsäuregärung. Verwendet am besten unraffiniertes Meersalz oder Steinsalz ohne Zusätze wie Jod oder Rieselhilfen. Die Salzmenge beträgt etwa 1,5 bis 2 Prozent des Kohlgewichts – das entspricht etwa 15 bis 20 Gramm Salz pro Kilogramm Kohl. Hier eine kleine Umrechnungstabelle für unterschiedliche Mengen:

    • 500 g Kohl: 8–10 g Salz
    • 1 kg Kohl: 15–20 g Salz
    • 2 kg Kohl: 30–40 g Salz

    Zucker ist nicht nötig, da der Kohl von Natur aus genug Kohlenhydrate enthält, die die Milchsäurebakterien in Säure umwandeln. Wenn Ihr mögt, könnt Ihr später Gewürze wie Kümmel, Lorbeer oder Wacholderbeeren hinzufügen, aber für den Anfang reicht Salz völlig aus.

    Vorbereitung: Kohl schneiden und Blätter entfernen

    Beginnt damit, die äußeren Blätter des Kohls zu entfernen – sie sind oft schmutzig oder beschädigt. Ein oder zwei große, intakte Blätter solltet Ihr aber aufbewahren, denn sie kommen später als natürliche Abdeckung zum Einsatz. Halbiert den Kohl und schneidet den Strunk keilförmig heraus. Dann schneidet Ihr den Kohl in feine Streifen, etwa 2 bis 3 Millimeter dick. Feiner geschnittener Kohl fermentiert schneller, aber grobe Stücke behalten mehr Biss. Probiert aus, was Euch besser gefällt.

    Gebt den geschnittenen Kohl in eine große Schüssel und wiegt ihn ab, um die Salzmenge zu bestimmen. Streut das Salz gleichmäßig darüber und vermischt alles gründlich mit den Händen.

    Salzen und Kneten: Warum das so wichtig ist

    Das Kneten ist der Schlüssel zum Erfolg. Durch das Salz und die mechanische Bearbeitung wird der Kohl weich und gibt Flüssigkeit ab – diese Lake ist später die Schutzschicht für die Fermentation. Knetet den Kohl kräftig mit den Händen, als wolltet Ihr ihn auswringen. Nach etwa 5 bis 10 Minuten sollte genug Saft entstanden sein, dass der Kohl in der Schüssel schwimmt. Ein guter Test: Wenn Ihr eine Handvoll Kohl zusammendrückt, sollte Flüssigkeit zwischen den Fingern hindurchtropfen.

    Falls nicht genug Saft entsteht, könnt Ihr etwas warten oder noch ein paar Minuten weiterkneten. In seltenen Fällen hilft es, etwas Wasser hinzuzufügen – aber das ist meist nicht nötig, wenn der Kohl frisch ist.

    Einfüllen und Beschweren: Der Kohl muss untertauchen

    Füllt den Kohl nun portionsweise in ein sauberes Glas und drückt ihn mit den Händen oder einem Stampfer fest nach unten. Wichtig ist, dass der Kohl komplett mit Flüssigkeit bedeckt ist, denn nur so bleibt er vor Schimmel geschützt. Luftkontakt führt zu unerwünschten Reaktionen, während die Lake eine sauerstofffreie Umgebung schafft, in der die Milchsäurebakterien gedeihen.

    Es gibt verschiedene Methoden, um den Kohl unter der Lake zu halten:

    • Ein großes Kohlblatt, das Ihr auf die Oberfläche legt und mit einem kleinen Teller oder Glas beschwert.
    • Ein Fermentationsgewicht aus Glas oder Keramik, das Ihr einfach auf den Kohl legt.
    • Ein kleiner, sauberer Stein oder ein mit Wasser gefülltes Gefrierbeutelchen als improvisiertes Gewicht.

    Verschließt das Glas nicht luftdicht, sondern nur locker mit einem Deckel oder einem Tuch, das Ihr mit einem Gummi fixiert. So kann das entstehende Kohlendioxid entweichen, ohne dass Sauerstoff eindringt.

    Gären lassen: Geduld zahlt sich aus

    Stellt das Glas bei Raumtemperatur (ideal sind 18 bis 22 Grad) an einen dunklen Ort. Nach etwa 3 bis 5 Tagen beginnen die ersten Bläschen zu steigen – ein Zeichen, dass die Fermentation in Gang gekommen ist. Der Geruch verändert sich von frisch zu leicht säuerlich, und das Kraut wird weicher. Wie lange Ihr es gären lasst, hängt von Eurem Geschmack ab:

    • Mildes Sauerkraut: 5 bis 7 Tage
    • Klassisch sauer: 2 bis 4 Wochen
    • Sehr sauer: 6 Wochen oder länger
    Siehe auch  Bienenfreundliche Ernährung: So unterstützt Ihr die Bestäuber – ohne Verzicht

    Probiert zwischendurch, um den Geschmack zu testen. Wenn Ihr zufrieden seid, stellt das Glas in den Kühlschrank – dort verlangsamt sich die Gärung, und das Sauerkraut hält sich monatelang. Je länger es lagert, desto intensiver wird der Geschmack.

    Lagern und genießen: So bleibt das Sauerkraut frisch

    Im Kühlschrank hält sich Sauerkraut problemlos 6 Monate oder länger, solange es mit Lake bedeckt bleibt. Im Keller oder einer Speisekammer (bei kühleren Temperaturen) bleibt es ebenfalls lange genießbar, fermentiert aber langsam weiter. Wenn Ihr das Glas öffnet, achtet darauf, dass immer genug Flüssigkeit über dem Kraut steht. Falls nötig, könnt Ihr etwas Salzwasser (1 TL Salz auf 250 ml Wasser) nachgießen.

    Sauerkraut ist unglaublich vielseitig: Es passt zu Bratkartoffeln, in Salate, auf Brote oder einfach pur als gesunder Snack. Durch die Fermentation ist es reich an Vitamin C und probiotischen Bakterien, die Eure Darmgesundheit unterstützen. Und das Beste: Ihr habt es selbst gemacht – ohne Zusatzstoffe, ohne Plastikmüll und mit minimalem Aufwand.

    Fehlerbehebung: Was tun, wenn etwas schiefgeht?

    Auch wenn Sauerkraut einfach herzustellen ist, kann mal etwas daneben gehen. Hier die häufigsten Probleme und ihre Lösungen:

    • Schimmel: Wenn sich weiße oder bunte Beläge bilden, ist das ein Zeichen für Sauerstoffkontakt. Entfernt die betroffenen Stellen großzügig und stellt sicher, dass der Rest des Kohls komplett mit Lake bedeckt ist. Falls der Schimmel tief sitzt, entsorgt das Kraut lieber.
    • Zu sauer: Wenn Euch das Sauerkraut zu intensiv schmeckt, könnt Ihr es mit etwas frischem Kohl oder Apfelstücken mischen. Oder Ihr fermentiert es beim nächsten Mal kürzer.
    • Zu wenig Flüssigkeit: Falls der Kohl nicht genug Saft zieht, gebt etwas Salzwasser (1 TL Salz auf 250 ml Wasser) hinzu, bis alles bedeckt ist. Beim nächsten Mal könnt Ihr den Kohl länger kneten oder feiner schneiden.
    • Kohl schwimmt oben: Das passiert, wenn nicht genug beschwert wird. Drückt ihn einfach wieder nach unten und legt ein Gewicht darauf.

    Mit etwas Übung werdet Ihr schnell ein Gefühl für die perfekte Fermentation entwickeln. Und falls mal etwas nicht klappt: Keine Sorge, das nächste Glas gelingt bestimmt!

    Wenn Ihr Lust auf mehr Fermentier-Projekte habt, schaut Euch doch mal unsere Tipps für nachhaltige Aufbewahrung von fermentierten Lebensmitteln an – dort findet Ihr auch Ideen, wie Ihr Eure Gläser und Utensilien optimal nutzt.

    Kimchi für Anfänger: Der koreanische Klassiker mit Pfiff

    Nach dem einfachen Einstieg mit Sauerkraut wird es jetzt bunt und würzig: Kimchi ist das fermentierte Multitalent aus Korea, das nicht nur geschmacklich überzeugt, sondern auch perfekt in eine nachhaltige Küche passt. Keine Sorge, Ihr braucht keine exotischen Zutaten aus dem Spezialitätenladen – mit ein paar Tricks gelingt das scharfe Gemüse auch mit heimischen Alternativen. Und das Beste? Kimchi ist genauso einfach herzustellen wie Sauerkraut, nur mit mehr Geschmacksexplosionen.

    Die Grundzutaten: Was Ihr wirklich braucht – und was nicht

    Kimchi lebt von seinem charakteristischen Mix aus Schärfe, Säure und Umami. Die Basis bildet Chinakohl – der ist in jedem gut sortierten Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt erhältlich. Dazu kommen Rettich (am besten weißer Daikon, aber auch Radieschen oder sogar Kohlrabi funktionieren) und Frühlingszwiebeln. Die typischen Gewürze sind Gochugaru (koreanisches Chilipulver), Knoblauch, Ingwer und Fischsauce. Doch keine Panik, wenn Ihr nicht alles vorrätig habt:

    • Gochugaru-Ersatz: Paprikapulver (edelsüß oder geräuchert) oder Cayennepfeffer geben Schärfe, wenn auch mit etwas anderem Aroma. Wer es authentischer mag, findet Gochugaru in Asia-Läden oder online – eine kleine Packung reicht für mehrere Chargen.
    • Fischsauce-Alternative: Für eine vegane Variante nehmt Ihr einfach Sojasauce oder Tamari. Das Ergebnis schmeckt etwas anders, aber immer noch lecker und umami-reich.
    • Reis- oder Weizenmehl: Ein kleiner Klecks Mehlbrei (1 EL Mehl mit 100 ml Wasser gekocht) macht die Paste cremiger – das ist optional, aber hilfreich, wenn Ihr keine Fischsauce verwendet.

    Die meisten Zutaten bekommt Ihr im Bio-Markt, Asia-Laden oder sogar im gut sortierten Supermarkt. Und falls Ihr etwas nicht findet: Kimchi verzeiht Experimente. Selbst mit Karotten oder Äpfeln statt Rettich wird es schmecken.

    Chinakohl vorbereiten: Salzen ist der Schlüssel

    Der erste Schritt klingt simpel, ist aber entscheidend: Der Kohl muss gesalzen werden, damit er weich wird und später genug Flüssigkeit abgibt. So geht’s:

    1. Viertelt den Chinakohl der Länge nach und entfernt den Strunk. Schneidet die Viertel dann in mundgerechte Stücke – etwa 3 bis 5 cm breit.
    2. Gebt den Kohl in eine große Schüssel und vermengt ihn mit 2 bis 3 EL Salz (je nach Kohlmenge). Reibt das Salz gut in die Blätter ein, besonders in die dicken Stiele.
    3. Füllt so viel Wasser in die Schüssel, dass der Kohl komplett bedeckt ist. Lasst ihn 1 bis 2 Stunden ziehen – zwischendurch einmal wenden.
    4. Nach der Zeit sollte der Kohl deutlich weicher sein und sich biegsam anfühlen. Spült ihn gründlich unter fließendem Wasser ab, um überschüssiges Salz zu entfernen. Drückt ihn dann vorsichtig aus, damit er nicht zu nass ist.

    Warum das Ganze? Das Salz entzieht dem Kohl Wasser, das später als Lake dient – genau wie beim Sauerkraut. Gleichzeitig wird er zarter und nimmt die Gewürze besser auf.

    Die Paste: Der Geschmacksträger für Euer Kimchi

    Die Gewürzpaste ist das Herzstück von Kimchi. Hier entscheidet sich, ob es mild oder feurig, süß oder umami-lastig wird. Für eine einfache Version mischt Ihr folgende Zutaten:

    • 3 EL Gochugaru (oder 2 EL Paprikapulver + 1 TL Cayennepfeffer)
    • 4 Knoblauchzehen, fein gehackt oder gepresst
    • 1 daumengroßes Stück Ingwer, gerieben
    • 1 EL Zucker (oder Honig/Agavendicksaft)
    • 2 EL Fischsauce (oder 3 EL Sojasauce)
    • 1 kleine Zwiebel, fein gewürfelt
    • 1 EL Mehlbrei (optional, für mehr Bindung)

    Verrührt alles zu einer dicken Paste. Die Konsistenz sollte cremig sein, aber nicht flüssig – sonst läuft sie später vom Kohl ab. Gebt dann den vorbereiteten Kohl, den in dünne Scheiben geschnittenen Rettich und die in Ringe geschnittenen Frühlingszwiebeln dazu. Jetzt kommt der spaßige Teil: Zieht Handschuhe an (Gochugaru brennt auf der Haut!) und massiert die Paste gründlich in jedes Blatt ein. Jedes Stück sollte gleichmäßig bedeckt sein.

    Fermentieren: Geduld bringt den Geschmack

    Jetzt geht’s ans Gären. Füllt das Kimchi in ein sauberes Glas – am besten eines mit weiter Öffnung, damit Ihr es gut hineindrücken könnt. Wichtig: Der Kohl muss komplett mit Flüssigkeit bedeckt sein, damit er nicht schimmelt. Drückt ihn fest an und beschwert ihn mit einem Fermentationsgewicht oder einem kleinen Teller.

    • Schnelle Variante: Lasst das Kimchi 1 bis 2 Tage bei Raumtemperatur (20–22 °C) stehen. Es entwickelt dann eine milde Säure und bleibt knackig. Perfekt für alle, die es nicht zu sauer mögen.
    • Lange Fermentation: Nach den ersten 2 Tagen stellt Ihr das Glas in den Kühlschrank. Dort reift es langsam weiter und wird mit der Zeit intensiver im Geschmack. Nach 1 bis 2 Wochen ist es ideal – aber es hält sich problemlos mehrere Monate.

    Wie erkennt Ihr, ob es fertig ist? Die Bläschenbildung ist ein gutes Zeichen – das bedeutet, die Milchsäurebakterien arbeiten. Probiert einfach zwischendurch: Je länger es gärt, desto saurer und komplexer wird der Geschmack.

    Geschmack anpassen: Schärfe, Säure und Variationen

    Kimchi ist ein Allrounder, und Ihr könnt es nach Eurem Geschmack anpassen. Die Schärfe reguliert Ihr über die Menge an Gochugaru oder Cayennepfeffer. Wer es fruchtiger mag, gibt geriebene Äpfel oder Birnen in die Paste – das rundet die Säure ab. Auch Rote Bete oder Karotten passen gut und geben dem Kimchi eine schöne Farbe.

    Ein Tipp für Anfänger: Beginnt mit einer milden Schärfe und probiert nach ein paar Tagen. Wenn Ihr mehr Würze wollt, könnt Ihr immer noch nachwürzen – aber zurücknehmen lässt sich die Schärfe nicht.

    Lagern und verwenden: Kimchi ist vielseitig einsetzbar

    Fertiges Kimchi hält sich im Kühlschrank mehrere Monate, wird aber mit der Zeit saurer. Lagert es in einem verschlossenen Glas – am besten nicht in Metall, da die Säure das Material angreift. Kimchi ist nicht nur eine Beilage, sondern ein echter Geschmacksverstärker:

    • Als Topping: Streut es über Reis, Nudeln oder gebratene Kartoffeln.
    • In Pfannengerichten: Kimchi gibt asiatischen Gerichten wie Bibimbap oder Ramen eine würzige Note.
    • In Suppen: Eine einfache Kimchi-Suppe mit Tofu und Pilzen ist schnell gemacht und super lecker.
    • Als Dip: Püriert mit etwas Joghurt oder Avocado wird Kimchi zum cremigen Dip für Gemüsesticks.

    Kimchi ist auch ein toller Begleiter zu herzhaften Frühstücksgerichten wie Omeletts oder als würzige Zutat in Wraps. Und falls Ihr mal zu viel gemacht habt: Einfach einfrieren – der Geschmack bleibt erhalten, auch wenn die Konsistenz etwas weicher wird.

    Warum Kimchi mehr als nur ein Gericht ist

    In Korea ist Kimchi ein fester Bestandteil der Kultur. Traditionell wird es im Herbst in großen Mengen zubereitet, um die Familie über den Winter zu versorgen – ähnlich wie Sauerkraut in Europa. Die Zubereitung war früher ein soziales Event, bei dem Nachbarn zusammenkamen, um gemeinsam zu fermentieren. Heute ist Kimchi weltweit beliebt, nicht nur wegen seines Geschmacks, sondern auch wegen seiner gesundheitlichen Vorteile: Es ist reich an Probiotika, Vitaminen und Ballaststoffen.

    Der große Unterschied zu Sauerkraut? Kimchi ist komplexer im Geschmack – scharf, sauer, umami und leicht süßlich zugleich. Während Sauerkraut oft als Beilage dient, ist Kimchi ein echter Star in der Küche. Und das Beste: Ihr könnt es genauso einfach herstellen wie Sauerkraut, nur mit mehr Abwechslung.

    Siehe auch  Die Wahrheit über Superfoods: Warum heimische Alternativen oft die bessere Wahl sind

    Falls Ihr Lust auf mehr fermentierte Köstlichkeiten habt, probiert doch mal vegane Fermentationsboxen aus – die enthalten oft alle Zutaten für Kimchi und andere fermentierte Leckereien, perfekt für den Einstieg. Im nächsten Kapitel zeigen wir Euch, wie Ihr Kombucha braut – den sprudelnden Tee mit dem mysteriösen Scoby.

    Kombucha brauen: Der gesunde Trenddrink aus Tee und Pilz – so einfach geht’s

    Nach Sauerkraut und Kimchi wird es jetzt sprudelnd: Kombucha ist der fermentierte Tee, der nicht nur erfrischend schmeckt, sondern auch voller probiotischer Bakterien steckt. Und das Beste? Ihr braucht keine teuren Zutaten oder komplizierte Technik – nur ein bisschen Geduld und einen Scoby. Der sieht zwar aus wie eine Qualle aus der Tiefsee, ist aber Euer neuer bester Freund in der Küche. Wir zeigen Euch, wie Ihr in wenigen Schritten Euren eigenen Kombucha herstellt, worauf Ihr achten müsst und warum der Zucker am Ende kaum noch eine Rolle spielt.

    Was ist Kombucha und warum schmeckt er so besonders?

    Kombucha ist ein fermentierter Tee, der durch die Arbeit eines Scobys entsteht – einer symbiotischen Kultur aus Bakterien und Hefen. Der Scoby sieht aus wie ein glibberiger, hellbrauner Pfannkuchen und schwimmt oben auf dem Tee. Er ernährt sich vom Zucker im Tee und wandelt ihn in organische Säuren, Kohlensäure und eine kleine Menge Alkohol um. Das Ergebnis ist ein leicht säuerlicher, sprudelnder Drink mit einem Hauch von Apfelwein-Geschmack.

    Der Scoby funktioniert wie eine lebendige Fabrik: Die Hefen spalten den Zucker in Alkohol und Kohlendioxid, während die Bakterien den Alkohol in gesunde Säuren wie Milchsäure und Essigsäure umwandeln. Das macht Kombucha nicht nur erfrischend, sondern auch verdauungsfördernd. Und keine Sorge – der Alkoholgehalt ist mit 0,1 bis 0,5 Prozent so gering, dass Ihr bedenkenlos auch größere Mengen trinken könnt.

    Zutaten und Equipment: Was Ihr wirklich braucht

    Für den Einstieg reichen ein paar einfache Zutaten und Haushaltsgegenstände. Hier ist, was Ihr benötigt:

    • Tee: Schwarztee oder Grüntee sind klassisch, aber auch Kräutertees wie Hibiskus oder Rooibos funktionieren. Wichtig ist, dass der Tee koffeinfrei ist, wenn Ihr empfindlich darauf reagiert. Pro Liter Wasser rechnet Ihr mit zwei Teebeuteln oder einem gehäuften Teelöffel losem Tee.
    • Zucker: Ja, Zucker ist nötig – aber keine Sorge, der Scoby verbraucht den Großteil davon. Übrig bleibt nur ein kleiner Rest, der für den leicht süßlichen Geschmack sorgt. Nutzt am besten weißen Haushaltszucker, da er am einfachsten verarbeitet wird. Pro Liter Wasser kommen etwa 80 bis 100 Gramm Zucker zum Einsatz.
    • Scoby: Den bekommt Ihr entweder von Freunden, die bereits Kombucha brauen, oder online. Achte darauf, dass er mit etwas Starterflüssigkeit (fertigem Kombucha) geliefert wird – die sorgt für den richtigen pH-Wert und schützt vor Schimmel.
    • Starterflüssigkeit: Das ist fertiger Kombucha aus einer vorherigen Charge oder der Flüssigkeit, in der Euer Scoby geliefert wurde. Sie senkt den pH-Wert und verhindert, dass sich unerwünschte Bakterien breitmachen.

    Als Equipment reicht ein großes Glas (mindestens 2 Liter Fassungsvermögen), ein Baumwolltuch oder Kaffeefilter und ein Gummiband. Für die zweite Gärung könnt Ihr Flaschen mit Bügelverschluss verwenden, um die Kohlensäure zu halten. Falls Ihr keine habt, tun es auch normale Schraubgläser – dann wird der Kombucha allerdings weniger sprudelnd.

    Schritt für Schritt: Kombucha brauen – so einfach geht’s

    1. Tee zubereiten und abkühlen lassen

    Kocht einen Liter Wasser auf und gebt den Tee und Zucker hinein. Lasst den Tee etwa 10 bis 15 Minuten ziehen, damit sich die Aromen entfalten. Dann nehmt die Teebeutel oder den losen Tee heraus und lasst den Sud auf Raumtemperatur abkühlen. Warum? Ein zu heißer Tee würde den Scoby abtöten. Testet die Temperatur am besten mit dem Finger – wenn Ihr den Tee problemlos berühren könnt, ist er bereit.

    Gießt den abgekühlten Tee in Euer Gärglas und fügt die Starterflüssigkeit hinzu. Pro Liter Tee kommen etwa 100 bis 200 Milliliter Starterflüssigkeit dazu. Rührt alles gut um, damit sich der Zucker auflöst.

    2. Scoby einsetzen – und keine Angst vor dem Glibber

    Jetzt kommt der spannende Teil: Legt den Scoby vorsichtig ins Glas. Es ist völlig normal, wenn er zunächst absinkt – nach ein paar Tagen steigt er meist von selbst nach oben. Sollte er das nicht tun, ist das kein Problem. Der Scoby arbeitet auch unter der Oberfläche. Wichtig ist nur, dass Ihr das Glas mit einem Baumwolltuch oder Kaffeefilter abdeckt und mit einem Gummiband fixiert. So kann Luft zirkulieren, aber keine Fruchtfliegen oder Staub gelangen hinein.

    3. Erste Gärung: Geduld ist der Schlüssel

    Stellt das Glas an einen warmen Ort (ideal sind 20 bis 25 Grad) und lasst es in Ruhe arbeiten. Nach etwa 5 bis 7 Tagen könnt Ihr den Kombucha probieren. Je länger Ihr ihn gären lasst, desto säuerlicher wird er. Für einen milden Geschmack reichen 5 Tage, für einen intensiveren 10 bis 14 Tage. Ihr erkennt, dass der Kombucha fertig ist, wenn sich Bläschen bilden und der Geschmack angenehm säuerlich ist.

    Ein kleiner Tipp: Wenn Ihr unsicher seid, probiert einfach alle zwei Tage. So entwickelt Ihr ein Gefühl dafür, wann der Kombucha Euren Vorlieben entspricht. Und keine Sorge – solange der Scoby gesund aussieht und der Kombucha nicht nach Schimmel riecht, ist alles in Ordnung.

    4. Zweite Gärung (optional): Aromen und Sprudel hinzufügen

    Wenn Euch der Geschmack des puren Kombuchas zu herb ist, könnt Ihr ihn in einer zweiten Gärung verfeinern. Füllt den Kombucha in Flaschen mit Bügelverschluss und gebt Früchte, Gewürze oder Kräuter hinzu. Beliebte Kombinationen sind:

    • Ingwer und Zitrone
    • Himbeeren und Minze
    • Apfel und Zimt
    • Ananas und Kokosraspeln

    Lasst die Flaschen bei Raumtemperatur noch einmal 2 bis 3 Tage stehen. Die zweite Gärung sorgt für mehr Kohlensäure und intensiveren Geschmack. Aber Achtung: Öffnet die Flaschen vorsichtig, da sich Druck aufgebaut haben kann. Stellt sie nach der zweiten Gärung in den Kühlschrank, um die Fermentation zu stoppen.

    Hygiene und Sicherheit: Keine Panik vor Schimmel

    Fermentieren ist ein natürlicher Prozess, und manchmal sieht nicht alles perfekt aus. Aber keine Sorge – nicht jede Veränderung ist ein Grund zur Sorge. Hier ein paar Tipps, worauf Ihr achten solltet:

    • Schimmel: Echter Schimmel sieht aus wie bei altem Brot – pelzig und farbig (meist weiß, grün oder schwarz). Wenn Ihr Schimmel entdeckt, solltet Ihr den gesamten Ansatz entsorgen. Schimmel ist selten, aber wenn er auftritt, ist er nicht zu übersehen.
    • Hefestränge: Manchmal bilden sich braune Fäden oder Klumpen im Kombucha. Das sind Hefereste und völlig harmlos. Ihr könnt sie einfach entfernen oder mittrinken – sie sind sogar besonders probiotisch.
    • Sauberkeit: Spült Euer Gärglas vor jedem Gebrauch mit heißem Wasser aus. Spülmittel ist nicht nötig, aber wenn Ihr es verwendet, spült gründlich nach. Der Scoby ist robust, aber zu viele Rückstände können ihn belasten.

    Lagern und genießen: So bleibt Euer Kombucha frisch

    Fertigen Kombucha lagert Ihr am besten im Kühlschrank. Dort verlangsamt sich die Fermentation, und der Geschmack bleibt stabil. In verschlossenen Flaschen hält er sich etwa 1 bis 2 Monate. Wenn Ihr ihn offen stehen lasst, wird er mit der Zeit immer säuerlicher – das ist nicht schädlich, aber vielleicht nicht mehr Euer Geschmack.

    Ein kleiner Warnhinweis: Kombucha ist ein probiotisches Getränk und kann bei übermäßigem Konsum zu Blähungen führen. Startet mit kleinen Mengen (etwa 100 Milliliter pro Tag) und steigert Euch langsam. So gewöhnt sich Euer Darm an die neuen Bakterien.

    Falls Ihr Euren Kombucha transportieren möchtet, empfehlen wir bruchsichere Edelstahl-Trinkflaschen, die den Sprudel halten und nachhaltig sind.

    Scoby vermehren und verschenken: Teilen macht Freude

    Ein Scoby wächst mit jeder Charge Kombucha und bildet dabei neue Schichten. Irgendwann wird er so dick, dass Ihr ihn teilen könnt. Schneidet einfach die oberste Schicht ab und gebt sie zusammen mit etwas Starterflüssigkeit an Freunde weiter. So könnt Ihr Eure Kombucha-Community vergrößern – und jeder spart sich die Anschaffungskosten für einen neuen Scoby.

    Ein Tipp: Wenn Ihr Euren Scoby eine Zeit lang nicht braucht, könnt Ihr ihn in einem Glas mit etwas Starterflüssigkeit im Kühlschrank lagern. Dort hält er sich mehrere Monate. Vor dem nächsten Gebrauch lasst ihn einfach bei Raumtemperatur aufwärmen und gebt ihn in frischen Tee.

    Kombucha zu brauen ist einfacher, als viele denken. Mit ein bisschen Übung werdet Ihr schnell Eure Lieblingsvariationen finden – ob fruchtig, würzig oder pur. Und das Beste: Ihr produziert ein gesundes, nachhaltiges Getränk, das nicht nur gut schmeckt, sondern auch Euren Geldbeutel schont. Also, worauf wartet Ihr? Ran an den Scoby!

    Länger haltbar und super lecker

    Fermentieren ist eine der einfachsten und lohnendsten Methoden, um nachhaltiger zu leben – ohne auf Geschmack oder Komfort zu verzichten. Ob Sauerkraut, Kimchi oder Kombucha: Mit ein paar Grundzutaten und etwas Geduld zaubert Ihr Lebensmittel, die nicht nur lecker sind, sondern auch Eure Gesundheit und die Umwelt schonen. Und das Beste? Ihr braucht kein teures Equipment oder Vorkenntnisse. Probiert es aus, experimentiert mit Gewürzen und findet Eure Lieblingskombinationen. Wenn Ihr noch mehr nachhaltige Ideen sucht, stöbert doch mal in unserer Auswahl an klimafreundlichen Produkten: klimaneutral.shop/auswahl/. Denn kleine Schritte können Großes bewirken – und machen dabei auch noch Spaß!